Kind und Katze – Eine gute Kombination?

Ob jung oder alt, den Kulleraugen einer Samtpfote kann niemand lange wiederstehen. Schnell beginnt ein Spiel mit dem Vierbeiner, doch dies kann bei einem überambitionierten Kind auch schnell dazu führen, dass die Katze gestresst ist oder gar die Krallen ausfährt. Was müssen Sie beachten, damit das Zusammenspiel zwischen Kind und Katze funktioniert?

Der Nachwuchs kündigt sich an

In der klassischen Konstellation hat die Katze schon eine Zeitlang Ihren Platz in der Familie inne wenn der neue Mensch dazu kommt. Die Herrchen haben von nun an weniger Zeit für Ihre Samtpfote und die Katze ist von einem Tag auf den anderen von ungekannten Gerüchen, Geräuschen und auch Geschrei konfrontiert. Dies bedeutet vor allem Stress für die Katze. Achten Sie darauf, dass die Katze nicht zu kurz kommt, behalten Sie Rituale wie das tägliche Spielen bei. Eine räumliche Trennung bspw. von Kinder- und Katzenbett ist ebenfalls von Vorteil, da die Katze so bei nächtlichem Geschrei nicht allzu sehr gestört wird. Interessiert sich die Katze für das neue Familienmitglied, lassen Sie sie auch gerne nahe herankommen und das Baby beschnuppern, zwingen Sie sie aber nicht dazu, sich in der Nähe des Babys aufzuhalten. Ein solches Zusammentreffen sollte immer unter der Aufsicht von beiden Elternteilen stattfinden. Erschrickt das Baby und fängt es an zu schreien, können die beiden schnell getrennt werden, bevor die Katze – selbst in Panik, dem Kind ausversehen weh tun kann.

Ein Kind im Krabbelalter

Schnell beginnen die Kinder, auf allen vieren ihre Umgebung zu erkunden. Achten Sie in diesem Fall zum einen darauf, dass die Katze Ihren Rückzugsort beibehalten kann, zum anderen, dass Ihr Kind nicht an die Katzenutensilien wie Katzenklo, Fressnapf oder auch an die Schlafstätte gelangt. Die Katze sollte ihr Revier nicht in Gefahr sehen und merken, dass in ihr Refugium nicht ungewollt eingedrungen werden kann.

Sollte die Katze jedoch in ein Revierverhalten verfallen, und bspw. die Spielsachen Ihres Kindes zu markieren versuchen, sprühen Sie um die Bereiche der Katze und auf ihr Spielzeug Pheromonpräparate. Diese haben oftmals einen beruhigenden Effekt auf das Tier.

Die Katze und das Kleinkind

Im Alter von etwa drei Jahren können erste Versuche gewagt werden, Katze und Kind zusammen zu bringen. Sollten Sie sich erst nach der Geburt Ihres Kindes dafür entscheiden, eine Katze anzuschaffen, warten Sie, bis Ihr Kind mindestens in diesem Alter ist.

In diesem Alter kann das Kind die Katze schon vorsichtig – unter Aufsicht – streicheln und bspw. mit Spielzeugangeln, an die Plüschmäuse befestigt sind, spielen.

Das Kind im Grundschulalter

Gerade in diesem Alter möchten die Kinder möglichst viel und möglichst wild mit der Katze spielen, doch es ist schon alt genug, um die Katze als Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen und Willen, zu begreifen. Auch hier sollte das Spiel nur unter Aufsicht erfolgen. Erklären Sie Ihrem Kind, dass es Ihre Katze durch allzu wilde Toberei überfordern kann und dass sie in einem solchen Moment auch schon einmal die Krallen ausfahren kann. Besonders deshalb, sollten Sie als Elternteil immer ein Auge auf Kind und Tier haben und das Spiel unterbrechen, wenn Sie merken, dass die Katze nervös oder ängstlich reagiert.

Stellen Sie einfache Regeln auf, die Ihrem Kind das Zusammenleben mit der Katze erleichtert:

In diesem Alter können die Kinder bereits erste Aufgaben rund um die Katze übernehmen. So können Sie beispielsweise der Katze schon das Futter in den Napf geben oder darauf achten, dass der Wassernapf immer gefüllt ist.

Ältere Kinder

Je älter die Kinder werden, desto freundschaftlicher und entspannter wird das Verhältnis zwischen Kind und Katze werden. Die Kinder lernen mit der Zeit, die Körpersprache der Katze zu deuten und merken, wann die Katze lieber in Ruhe gelassen werden möchte. Im Gegenzug merkt die Katze, dass Sie nicht befürchten muss, verfolgt zu werden weil‚ der kleine Mensch‘ noch etwas spielen möchte. Sind Sie der Ansicht, dass Ihr Kind im Umgang mit der Katze geübt genug ist, können Sie ihm auch beibringen, wie die Katze auf den Arm genommen werden kann. Auch wenn dies nach einer einfachen Handlung klingt, will dies für Mensch und Tier gelernt sein. Auch hier gilt: Merken Sie Anzeichen für Stress bei Ihrer Katze, setzen Sie die Übungsstunde an einem anderen Zeitpunkt fort.

Was kann das Kind von der Katze lernen

Wächst das Kind mit einer Katze im Haushalt auf, lernt es bereits im jungen Alter, Rücksicht auf Schwächere zu nehmen und die Bedürfnisse des Haustieres zu beachten.

Je älter das Kind wird, desto mehr profitieren Kind und Katze voneinander. Die Katze bekommt mehr Spieleinheiten, als sie sie vielleicht von Ihren älteren Herrchen erhält und das Kind hat einen besten Freund, einen Zuhörer und einen Spielkameraden, dem es all seine Sorgen erzählen kann, der es tröstet wenn die Eltern einmal nicht helfen können und einen Helfer bei der Besetzung der gegnerischen Legoburg.

Sollten Sie also unsicher sein, ob eine Katze in Ihre traute Dreisamkeit passt oder ob Ihre Katze sich mit dem angekündigten Nachwuchs versteht, scheuen Sie nicht das Abenteuer Kind und Katze.